+49 (0)531 28484-0
Latex (von lateinisch latex = Flüssigkeit, Plural: Latices) bezeichnet:
Als Polymerdispersion oder auch Polymerlatex bezeichnet man eine kolloidal stabile Dispersion von Polymerpartikeln in einer wässrigen Phase. Der Durchmesser der Polymerpartikel kann zwischen einigen 10 Nanometern und wenigen Mikrometern liegen. Je nach Teilchendurchmesser und Polymergehalt erscheinen Polymerdispersionen als mehr oder weniger trübe bis weiße Flüssigkeiten. Die kolloidale Stabilität der Dispersion wird meistens durch grenzflächenaktive Stoffe, wie Tenside oder Schutzkolloide erzielt. Polymerdispersionen können durch verschiedene Polymerisationsverfahren (z. B. Emulsionspolymerisation,Suspensionspolymerisation) direkt aus den Monomeren oder auch durch Dispergieren eines Polymeren hergestellt werden. Ein Beispiel für eine natürlich vorkommende Polymerdispersion ist der Naturlatex des Gummibaumes (Hevea brasiliensis). Industriell werden Polymerdispersionen in großem Umfang produziert und direkt – z. B. als Klebstoff, BindemittelfürDispersionsfarben usw. – oder als Zwischenprodukt in der Kunststoff und Kautschukindustrie genutzt.
Naturlatex wird fast ausschließlich aus der Rinde des Baumes "Hevea brasiliensis" als Milchsaft gewonnen. Diese Latexmilch besteht aus Kautschuk (Polyisopren), proteinhaltigen Schutzkolloiden und Mineralstoffen. Durch bestimmte Verfahren wird aus dieser Latexmilch Naturkautschuk gewonnen, der als Grundlage für zahlreiche Produkte des alltäglichen sowie medizinischen Gebrauchs dient.
Der Begriff Gummi (über lat. cummi und griech. kómmi aus dem ägyptischen kemai, kemá, kami) bezeichnete ursprünglich Kautschuk oder andere kautschukähnliche Pflanzensäfte (Milchsaft), die beim Eintrocknen durch Polymerisation zu plastisch-elastischen Feststoffen verhärten. Sie enthalten einen wasserlöslichen Anteil und Gummiharze (Latex). Gummi ist heute ein vielseitiger Werkstoff aus der Gruppe der Elastomere.
Gummi arabicum ist der Name für den Saft einer afrikanischen Akazie.
Als Werkstoff Gummi wird heute vulkanisierter Kautschuk bezeichnet. Kautschuk ist im Milchsaft (Latex) von tropischen Pflanzen enthalten und wird hauptsächlich aus dem Kautschukbaum (Hevea brasiliensis, ein Wolfsmilchgewächs) gewonnen. In der Natur dient er dem Schutz des Baumes, denn er dichtet verletzte Stellen vor Bakterienbefall ab. Pflanzlicher Kautschuk wird auch Naturkautschuk bzw. Naturlatex genannt.
Heute wird Kautschuk jedoch hauptsächlich synthetisch hergestellt. Synthetischer Kautschuk besteht meist aus Styrol und Butadien; andere Rohstoffbasen sind Styrolacrylat, Reinacrylat, Vinylacetat. Der erste wirtschaftlich nutzbare war der Styrol-Butadien-Kautschuk, ein weiterer ist Neopren.
Quelle: Wikipedia